Biografie

Dmitrij Weimer, den alle seit seiner frühen Kindheit nur “Dima” rufen war wirklich keiner von diesen Jungs, die immer schon Polizist werden wollten. Als Neunjähriger ist er mit dem russischen Vater, der russlanddeutschen Mutter und der ein Jahr jüngeren Schwester Ina aus Usbekistan nach Hamburg gekommen. Die Familie lebte zunächst zwei Jahre in einem Containerdorf für Spätaussiedler in Neugraben, anschließend ging es nach Neuwiedenthal. Damals war er eher schmächtig und auch heute mit 178 Zentimetern und 76 Kilogramm ist er kein Kraftprotz. Bedingt durch das Umfeld gehörte Dima Weimer nicht unbedingt zu den braven Jugendlichen und kam mit dem Gesetz in Konflikt. Erst als er als Zwölfjähriger bei der Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft unter Trainer Rolf Brandt mit Karate begann, legte sich im Kopf ein Schalter um. “Der Sport war meine Rettung. Durch ihn habe ich gelernt, mich an Regeln zu halten, andere zu respektieren und diszipliniert und fleißig zu arbeiten”, sagt er. Von da an gab es nur noch Sport und Schule. Mit 17 hatte er den Schwarzgurt in Karate, dann fokussierte er sich auf das Kickboxen und wechselte zunächst ins Gym Kwan in die Conventstrasse. Gemeinsam mit Kickboxtrainer Lutz Burmester zog es ihn nach knapp zehn Jahren ins Xite-Gym nach Trittau, wo er bis heute trainiert, obwohl er mit seiner Frau weiterhin in Meckelfeld südlich von Hamburg lebt.

Heute ist der Hamburger Polizist mehrfacher Weltmeister im Kickboxen und kämpfte unter anderem als erster deutscher Kickboxer beim Weltserienfinale in China. Nach seinem Abitur suchte Weimer einen Beruf, der ihm eine Verbindung von Sport und Arbeit ermöglichte, und landete so bei der Polizei. In seinem Job wie auch im Privaten ist er beileibe kein Haudrauf, sondern ein besonnener, bedachter Mensch, der seine Stärke in der Kommunikation sieht. “Die Waffe des Schutzmannes ist das Wort”, sagt er. In seiner täglichen Arbeit hilft ihm nicht nur die Tatsache, dass er Deutsch, Russisch, Englisch und Französisch spricht, sondern auch die Sprache der Außenseiter, der Benachteiligten und Aggressiven beherrscht. Als er einmal ein Projekt in der berüchtigten Jugendhilfeeinrichtung Feuerbergstraße leitete, da hätten ihm die kriminellen Jungs nur zugehört, weil er ihre Sprache spricht.

Er ist ein Idealist, dieser Dima Weimer, einer, der den Kopf hinhält für wenig Geld und noch weniger Anerkennung, weil er weiß, dass es getan werden muss, und der sich zudem einen Sport gesucht hat, in dem es genauso läuft. Den ewigen Kampf gegen Vorurteile, die es gegen das Kickboxen in der Gesellschaft gibt, schlägt er gern. Heute gehört Dima Weimer zu den klangvollen Namen im Kickboxen. Zu seinen Kämpfen in Hamburg kommen regelmäßig mehrere Hundert Zuschauer. Und er hat noch einiges vor. “Ich würde gerne noch den Titel in einem weiteren Verband holen” sagt Weimer. Abseits des Rings will er sich weiter für die gute Sache einsetzen und trainiert regelmäßig mit Jugendlichen, die einen schwierigen Hintergrund haben. “Der Sport hat mir eine echte Chance im Leben gegeben. Diese Erfahrung möchte ich gerne teilen und auch anderen Chancen aufzeigen.”

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